FDP-Fraktion im Hessischen Landtag


Dorothea Henzler: „Versprechen wahr machen – Schulassistenten einstellen.“

Schulassistenten für Hessen


Dorothea Henzler
Die FDP fordert alle Parteien im Landtag auf, endlich mit ihren Versprechungen Ernst zu machen und den Schulen die reale Möglichkeit zu geben, Schulassistenten einzustellen. „Angesichts des Lehrermangels in Hessen ist es jetzt wichtiger denn je, die Pädagogen bei all den Aufgaben zu entlasten, die nicht unmittelbar das Unterrichten betreffen“, mahnt die bildungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, Dorothea Henzler, an.

Die geplante Einstellung von Seiteneinsteigern in den Schuldienst, die sechs Monate lang gecoacht werden, verursache Mehrarbeit für die vorhandenen Lehrkräfte und die Schulleitungen, die vielerorts bereits jetzt am Rande der Belastbarkeit operieren, befürchtet Henzler. „Es reicht also nicht aus, den Schulen Stellen und Lehrpersonen zuzuweisen, sie müssen zusätzlich Mittel zur eigenen Bewirtschaftung erhalten, um passgenau die Probleme vor Ort lösen zu können. Das wäre der erste Schritt zur ‚eigenverantwortlichen Schule’, die alle Fraktionen im Landtag und das Kultusministerium ja immer beschwören“, so Henzler.

Dabei müsse man in Hessen auch keine Scheu vor dem vagen Unbekannten haben, so die Schulexpertin, denn „Schulassistenten gibt es nicht nur in Finnland, sondern schon lange auch an deutschen Schulen“.

So hat das Niedersächsische Kultusministerium bereits 1994 die Aufgaben der Schulassistenten definiert. Der rheinland-pfälzische Philologenverband lobt im Internet seine technischen Schulassistenten als „unentbehrliche Helfer“ bei der Pflege und Wartung der Computer, der Medienverwaltung und -beschaffung, beim Aufbau naturwissenschaftlicher Versuche und vielem mehr. In Berlin werden zum Beginn des Schuljahres 2008/09 nichttechnische Schulassistenten an den Schulen zugelassen. Diese Hochschulabsolventen mit Bachelor-Abschluss sollen zusätzlich an Berliner Schulen eingesetzt werden, um die Arbeit der Klassenlehrer zu unterstützen, Förderunterricht zu halten und verschiedene Betreuungsaufgaben zu übernehmen. Vorbild hierfür waren die bayerischen Förderlehrer, die es schon seit über 30 Jahren im Freistaat gibt. In Sachsen wiederum werden Schulen durch nichttechnische Assistenten beim Ausbau eines breit gefächerten Ganztagsangebotes unterstützt. Die sächsischen Schulassistenten des Vereins Gesellschaft ProBildung zum Beispiel verfügen über eine methodisch-didaktische Grundausbildung und leiten fachspezifische Projekte, Arbeitsgemeinschaften und Workshops.

Dass hessische Pädagogen mangels Unterstützung noch immer selbst fördern und betreuen, kopieren oder die Pausenaufsicht führen müssten, läge also augenscheinlich an den fehlenden Finanzmitteln - und da spare man mal wieder am falschen Ende, so Dorothea Henzler abschließend.