„Wir Liberale erinnern daran, dass die schleswig-holsteinische Ministerpräsidentenkandidatin ebenfalls eine Probeabstimmung hinter sich gebracht hatte, dennoch aber in der entscheidenden Wahl viermal durchgefallen ist. Wem es in der SPD wirklich um die Zukunft der Traditionspartei geht, der wird sich überlegen, ob er den Kurs von Andrea Ypsilanti tatsächlich unterstützen wird. Ypsilanti selbst hat zugegeben, dass die SPD insgesamt durch ihren Weg einen Imageschaden erlitten hat. Es bleibt das Problem seitens der SPD im kommenden Bundestagswahlkampf zu klären, wie im Bund eine Kooperation mit den Linken ausgeschlossen wird, wenn sie gleichzeitig in Hessen praktiziert wird. Diese Glaubwürdigkeitslücke ist eine hohe Hypothek für die SPD insgesamt. Es ist gut vorstellbar, dass es doch noch Aufrichtige in der SPD gibt, die in der entscheidenden Wahl und nicht in einer inszenierten Probeabstimmung mit Nein votieren werden.“
Auch mit Blick auf die schwierige Situation für die Grünen erklärte Rentsch: „Die Pressekonferenz hat deutlich die Skepsis der Grünen gezeigt, wenn es nun um die anstehenden Koalitionsverhandlungen und die strittigen Themen wie Flughafenausbau Frankfurt und Infrastrukturmaßnahmen in Nordhessen gehen wird. Hier sind wir gespannt, wie ohne Gesichtsverlust eine Einigung zwischen SPD und Bündnis 90/Die Grünen erfolgen soll. Schließlich liegt ein weiterer Stolperstein noch bei den Neokommunisten, die sich in der Vergangenheit als eine Partei gezeigt haben, die letztendlich eine andere Republik möchte. Die Linken haben mehrfach ihr gebrochenes Verhältnis zum Rechtsstaat bewiesen – vor allem beim Thema Umgang mit dem Verfassungsschutz. Außerdem werden zentrale Forderungen wie die Schaffung von 25.000 Arbeitsplätzen im öffentlichen Bereich nicht zu finanzieren sein. Sollte es den Grünen ernsthaft mit der Haushaltskonsolidierung sein, dann werden solche Forderungen der Linken nicht zu erfüllen sein.“
Insgesamt wertete Rentsch die Probeabstimmungen als ein reines inszeniertes Schauspiel, das nichts über den wirklichen Ausgang des gefährlichen Weges von SPD, Grünen und Neokommunisten aussagt.