FDP-Fraktion im Hessischen Landtag


Florian Rentsch: „Hessen braucht keine teuren und bürokratischen Pflegestützpunkte. Wir brauchen Investitionen in Menschen statt in Steine.“

Pflegestützpunkte


Florian Rentsch
Zur Ankündigung von Sozialministerin Silke Lautenschläger, im kommenden Jahr sollen bis zu 88 Pflegestützpunkte in Hessen eingerichtet werden, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, Florian Rentsch: „Pflegebedürftige und deren Pflegende brauchen eine zugehende individuelle Beratung und Unterstützung. Hierzu bedarf es keiner neuen Institutionen, die erst mit erheblichen finanziellen Mitteln aufgebaut werden müssen und langfristig unglaublich viele Versichertengelder binden werden. Die Gelder sollten besser für die Patienten direkt ausgegeben werden, anstatt in bürokratische Strukturen zu verschwinden. Wir brauchen keine Investitionen in Steine, sondern in Menschen. Dieses Vorgehen von Frau Lautenschläger ist ein völlig falsches Signal.“

Aus Sicht der Liberalen ist die Beratungs- und Versorgungslandschaft in Hessen überwiegend dadurch gekennzeichnet, dass Leistungen vor Ort – beim Pflegenden und/oder seinen Angehörigen erbracht und koordiniert werden, aber vor allem vor Ort von den Betroffenen gebraucht werden. Durch die Einrichtungen von Pflegestützpunkten würden diese bereits bestehenden gut genutzten Beratungsangebote verdrängt werden. Daneben bringe ein Pflegestützpunkt wenig, weil vor allem die aufsuchende Pflegeberatung in den Räumen der zu Pflegenden notwendig ist. „Die Beratung muss bei den Betroffenen erfolgen, nicht in einer Geschäftsstelle“, so Rentsch.

„Die Ankündigung von Sozialministerin Lautenschläger ist ein Zeichen dafür, wie sehr auch die hessische CDU am Rockzipfel der Großen Koalition hängt. Offenbar ist die Erkenntnis noch nicht bis zur hessischen CDU durchgedrungen, dass Bundesgesundheitspolitik derzeit lediglich sozialdemokratische Politik von Ulla Schmidt ist. Wir lehnen die Einführung und die damit verbundene Verschwendung von Versichertengeldern in einer Gesamthöhe von 800 Millionen Euro ab! Solche Symbolpolitik bringt den Betroffenen überhaupt nichts. Das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen“, sagte Rentsch im Hinblick auf die Landtagswahl abschließend.