FDP-Fraktion im Hessischen Landtag


„Ordentliche wettbewerbsrechtliche Wirtschaftspolitik sieht anders aus, sie schafft Arbeitsplätze und vernichtet sie nicht mutwillig.“

Mindestlohn im Postbereich


Dieter Posch
„Die Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage von uns Liberalen zeigt, dass die Hessische Landesregierung das schlechte Gewissen plagt; hat sie doch schließlich mit ihrer Zustimmung im Bundesrat zur Einführung des Mindestlohns im Postbereich die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass von acht privaten Postdienstleistungsgesellschaften sechs insolvent geworden sind. Damit ist in Hessen ein Verlust von ca. 900 Arbeitsplätzen verbunden“, so der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, Dieter Posch.

Dieter Posch hatte gemeinsam mit Jürgen Lenders, dem Sprecher für Landesplanung der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung betreffend des Stellenabbaus beim Postdienstleister PIN eine kleine Anfrage gestellt und nur „Larifari“-Antworten bekommen. 

Aus Sicht der hessischen Liberalen komme erschwerend hinzu, dass es der Landesregierung darüber hinaus offensichtlich ausreiche, aus Medienberichten hinsichtlich der Arbeitsplatzverluste zu zitieren, statt fundiert zu recherchieren. Ein Interesse an privaten Postanbietern habe die Landesregierung offensichtlich nicht. Aktiengewinne, wenn der Staat bei der Post profitiere, seien ihr offensichtlich wichtiger. Das wettbewerbsrechtliche Gewissen der Landesregierung sei hier auf der Strecke geblieben. Die Sozialdemokratisierung der CDU führe zu unmittelbaren Arbeitsplatzverlusten.

 „Die Tatsache, dass die Landesregierung sich in der Wirtschaftsministerkonferenz dafür eingesetzt hat, die Mindestlohnverordnung auszusetzen, reicht weiß Gott nicht aus. Die Landesregierung sollte ihre Position überdenken und die Mindestlohnverordnung via Bundesrat kippen“, so Lenders.

Auffällig sei, dass Nordhessen überproportional vom Stellenabbau betroffen sei. 700 Beschäftigte, das sind 85 % aller Arbeitsplätze im privaten Postdienstleistungsgewerbe, seien in Kassel verschwunden.

 Bezeichnend sei, dass die Landesregierung die Chancen der Betroffenen auf einen neuen Arbeitsplatz als äußerst gering einstufe. „Ordentliche wettbewerbsrechtliche Wirtschaftspolitik sieht anders aus, sie schafft Arbeitsplätze und vernichtet sie nicht mutwillig“, gibt der Nordhesse Posch abschließend zu bedenken.