FDP-Fraktion im Hessischen Landtag


Jörg-Uwe Hahn: „Marktwirtschaft muss in Schulbüchern auch aus der unternehmerischen Perspektive und praxisorientiert vermittelt werden!“

Marktwirtschaft in der Schule


Jörg-Uwe Hahn
Der Landes- und Fraktionsvorsitzende der hessischen FDP, Jörg-Uwe Hahn, kritisiert die mangelnde Darstellung der Marktwirtschaft in deutschen Schulbüchern und kündigte hierzu einen Berichtsantrag seiner Fraktion im Kulturpolitischen Ausschuss und im Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung des Landtages an.

„Aus einem im Juni dieses Jahres vorgestellten ersten repräsentativen europäischen Vergleich von deutschen, englischen und schwedischen Schulbüchern geht hervor, dass in deutschen Schulbüchern das Thema Marktwirtschaft primär theoretisch dargestellt wird, die Arbeitswelt  hingegen in erster Linie aus der Perspektive der Arbeitnehmer. Die englischen und vor allem schwedischen Schulbücher vermitteln hingegen unternehmerisches Denken und sind stärker praxisorientiert aufgebaut“, begründet der liberale Spitzenpolitiker den Berichtsantrag.

Hahn verweist darauf, dass auch bereits vorangegangene Untersuchungen zu diesem Thema zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen sind. So etwa eine Studie der IHK und die Europäische Schulbuch-Studie im Auftrag der Initiative „Neue Soziale Marktwirtschaft“, allerdings habe das Land darauf nicht erkennbar reagiert.

„Wir dürfen uns nicht wundern, wenn immer weniger junge Menschen sich nach ihrer Ausbildung für die Selbstständigkeit entscheiden, wenn wir ihnen nicht bereits in der Schule das notwendige Wissen vermitteln und ihnen die Arbeitswelt auch aus Sicht des Unternehmers und Arbeitgebers schmackhaft machen“, so Hahn.

Er wundere sich ferner nicht weiter darüber, dass die jungen Leute die vermeintliche Sicherheit des Angestelltenverhältnisses dem der beruflichen Selbstständigkeit vorzögen, wenn unternehmerisches Denken nicht Gegenstand des Schulunterrichtes sei und mahnt einen stärkeren Praxisbezug zum Beispiel in Form von Planspielen an, um die ökonomische Bildung von hessischen Schülerinnen und Schülern zu verbessern. Er befürchte sonst könne der Mangel an unternehmerischen Kenntnissen ein Bildungsnachteil für hessische Schüler sein, der ihnen Wettbewerbsnachteile auf dem internationalen Arbeitsmarkt beschert und den sich ein rohstoffarmes Land wie Hessen nicht leisten kann. Ziel muss es sein, dass junge Menschen beim Verlassen der Schule über ausreichende unternehmerische Fähigkeiten und Marktkenntnisse verfügen, die sie zu unternehmerischem Denken und Handeln in der Arbeitswelt befähigen und sie zu Unternehmensgründungen ermuntern.