Auch die FDP habe sich stets gegen den Ansatz der CDU gewandt, im Ballungsraum Frankfurt/Main-Rhein-Main das Thema eines gemeinsamen Kulturraumes mit Zwangsmitteln zu behandeln. Gleichwohl sei es durch den Prozess der Kulturmediation gelungen, in der Metropolregion Rhein-Main auf kulturellem Gebiet Gemeinsamkeiten zu finden und Strukturen zu verbessern, und zwar auf freiwilliger Basis. Erstmals werde Geld für kulturelle Zwecke aus der Region generiert, mit Darmstadt habe sich selbst eine Stadt außerhalb des Ballungsraumes angeschlossen. Diese Gelder würden über die Kulturregion Frankfurt-Rhein-Main gGmbH niemals zusammenkommen, dazu sei die Struktur ihrer Gesellschafter viel zu kleinteilig. Das habe die ergebnislose monatelange Diskussion um die Erhöhung der Umlage von 10 Cent pro Einwohner deutlich gezeigt.
"Es war schon mehr als ärgerlich, mit ansehen zu müssen, dass die Geschäftsführersuche für den Kulturfonds derart dilatorisch angegangen wurde und sich monatelang nichts tat. Doch gerade jetzt, wo der Prozess mit der Bestellung von Herrn Herbert Beck Fahrt aufnehmen könnte, tritt die SPD auf die Bremse - wohl aus Angst davor, dass mit dem Beginn von für die Bürger konkret sicht- und erlebbaren Kulturprojekten der Kulturfonds erfolgreich sein könnte", mutmaßte Beer.
Die FDP wende sich vor allem dagegen, dass mit dem SPD-Antrag erneut in zentralistischer Manier in einen Prozess eingegriffen werden solle, der sich, wenn auch mühsam, in der Region Rhein-Main entwickelt habe. Damit sei der Antrag ein weiteres Beispiel für das zentralistische Denken der Sozialdemokraten, regionale Eigeninitiative und Freiwilligkeit lägen ihr fern.
"Der Ball liegt jetzt im Spielfeld der Region, und zwar bei den Gebietskörperschaften, die sich darauf verständigt haben, gemeinsam etwas für die Kultur im Ballungsraum zu tun. Die Gelder sind in den Haushalten eingestellt, ein unbestrittener Fachmann steht als Geschäftsführer bereit, zügig konkrete Projekte mit den 24 kommunalen und regionalen Mitgliedern des Kulturausschusses zu beraten und zur Umsetzung zu bringen. Man muss sie nur machen lassen", so Beer.
Das Land solle dies, wie zugesagt, in dem Maße unterstützen, wie das Engagement - auch finanziell - aus der Region heraus vorhanden sei und bleibe. "Jeder, der diesen Prozess nun stoppt, muss sich bewusst sein, dass diese Chance dann auf absehbare Zeit vertan ist", so Beer abschließend.
