Wiesbaden – „Die Zusammenführung der Vorschriften der Kinder- und Jugendhilfe kommen spät, aber sie sind ein wichtiger Schritt“, kommentierte der sozialpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, Florian Rentsch, die Erste Lesung des Kinder- und Jugendgesetzes.
„Das Gesetz betrifft elementar unsere Sozialpolitik, vergisst aber die Einbeziehung des wichtigsten Teils in der Erziehung: die Eltern!“, so der Liberale. Die Elternbeteiligung sei viel zu schwach ausgeprägt. „Wir brauchen eine Erziehungspartnerschaft, die festschreibt, dass Eltern einen Teil der Erziehung verbindlich übernehmen müssen“, machte Rentsch deutlich. Dies finge an bei Elternschulen, wo Eltern schon während der Schwangerschaft auf die Erziehung vorbereit würden und bei später auftauchenden Problemen immer Unterstützung fänden. „Das, was hier steht, ist viel zu wenig!“ Der Liberale mahnte ein Konzept der Landesregierung zu diesen Erziehungspartnerschaften an.
Die Landesregierung habe Hessen zu einem Familien- und Billdungsland ausgerufen, bleibe aber hinter den Erwartungen zurück. „Darin liegt ein großes Problem, die große Diskrepanz zwischen dem Wunsch nach Bildung und Erziehung und den Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, in die Tat umzusetzen“, kritisierte Rentsch. Weder die Personalausstattung reiche aus, noch sei klar, wie der Bildungs- und Erziehungsplan umgesetzt werden solle. Viele der Erzieherinnen und Erzieher haben Angst vor dem, was auf sie zukomme. „Aber sie und wir brauchen die Landesregierung an unserer Seite, damit Hessen endlich ehrlich über die Personalausstattung diskutiert und die Ausbildung mit dem erwarteten Anspruch korrespondiert“, so Rentsch.
Mit dem Gesetzbuch werde zusammengeführt, was zusammengehöre. Diese Verzahnung müsse weiter vertieft werden, so der Liberale. „Wirkliches Bildungs- und Familienland Hessen, aber dafür gibt es noch viel zu tun, packen Sie an!“