FDP-Fraktion im Hessischen Landtag


Heinrich Heidel: „Die jetzige Kennzeichnungsregelung kommt einer Verbrauchertäuschung gleich und muss geändert werden.“

Grüne Gentechnik


Heinrich Heidel
Anlässlich der heutigen Debatte über das Thema Grüne Gentechnik forderte die FDP-Fraktion im Hessischen Landtag einen offeneren und unverkrampften Umgang mit dem Thema in Hessen. „Es ist ein heuchlerischer Umgang mit der Grünen Gentechnik, die jetzt gültige Kennzeichnungspflicht ‚ohne Gentechnik’ zu begrüßen und zu unterstützen. Denn diese unzureichende Regelung gemäß des Gentechnikrechts kann in der Praxis sehr wohl ‚mit Gentechnik’ bedeuten. Denn die Verwendung von Zusatzstoffen, Tierarzneien und Impfstoffen, die mit gentechnisch veränderten Organismen produziert wurden, müssen in Lebensmitteln nicht mehr gekennzeichnet werden. Das ist Verbrauchertäuschung“, kommentierte der landwirtschafts- und verbraucherschutzpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, Heinrich Heidel.

Heidel forderte die anderen Fraktionen auf, anstatt eine freiwillige Selbstverpflichtung für ein gentechnikfreies Hessen in allen Bereichen von Landesseite zu forcieren, sich dafür einzusetzen, dass die von der Großen Koalition auf Bundesebene schlecht gemachte Kennzeichnungsregelung schleunigst verbessert werde. „Wir brauchen eine Kennzeichnungspflicht, die diesen Namen verdient. Der Verbraucher muss lückenlos aufgeklärt sein über die Produkte, die er kauft. Erst diese Transparenz verschafft dem Verbraucher die unabdingbare Wahlfreiheit zwischen Produkten mit oder ohne Gentechnik“, erklärte Heidel. Die FDP fordere die Landesregierung auf, sich auf Bundesebene für eine Änderung dieser Kennzeichnungsregelung einzusetzen.

Des Weiteren appellierten die Liberalen, dass die Freiheit von Lehre und Forschung bezüglich der grünen Gentechnik nicht eingeschränkt werden dürfe. „Hier ist der Antrag von SPD und Grünen heuchlerisch. Hessen kann nicht einerseits zur gentechnikfreien Zone erklärt werden, wenn die Agrarforschung in diesem Bereich möglich sein soll“, so Heidel abschließend.