FDP-Fraktion im Hessischen Landtag


Wolfgang Greilich: „Fehlende Geschichtskenntnisse der Schüler gefährden demokratischen Rechtsstaat.“

Greilich fordert Änderung der Lehrpläne


Wolfgang Greilich
„Allerhöchste Zeit zum Handeln ist es, wenn wir Gefahren für die Zukunft unseres demokratischen Rechtsstaates abwenden wollen“, so lautet die Reaktion des innenpolitischen Sprechers der hessischen FDP-Landtagsfraktion, Wolfgang Greilich, zu den jetzt veröffentlichen Ergebnissen einer Studie zum Wissen deutscher Schüler über das Unrechtssystem in der DDR.

Nach der am Freitag veröffentlichten Studie der Freien Universität Berlin bejahten die meisten Schüler etwa die Aussage, die DDR sei keine Diktatur gewesen. Sie kannten nicht einmal den Unterschied zwischen Diktatur und Demokratie. Den berüchtigten Staatssicherheitsdienst betrachteten viele als einen ganz normalen Geheimdienst, wie ihn auch demokratische Staaten hätten.

„Dass DDR und Stasi für Bespitzelung, Unterdrückung der Bevölkerung und in Mauerdrähten und Minenfeldern ermordete Menschen stehen, ist den meisten Schülern nicht bewusst. Ein solcher Mangel an Geschichtskenntnis ist die gefährlichste Keimzelle, auf der die neokommunistische Propaganda aus dem Lager der Linkspartei Früchte tragen kann“, so der liberale Innenpolitiker am Samstag in Gießen.
Er fordere deshalb, auch das Thema der deutschen Geschichte nach dem zweiten Weltkrieg bedeutend stärker als bisher in den Schulunterricht einzubeziehen, um das demokratische Bewusstsein der jungen Generation zu stärken und deren Sensibilität für Bedrohungen des Rechtsstaates durch extremistische Bestrebungen von rechts und von links zu fördern. Auch die SPD, die in Hessen nach wie vor ein Bündnis mit der Linkspartei anstrebe, müsse nach Auffassung Greilichs jetzt endlich aufwachen, wenn ihr ehemaliger Vorsitzender, Friedensnobelpreisträger und Bundeskanzler Willy Brandt, von jungen Deutschen für einen DDR-Politiker gehalten werde. 

„Es reicht nicht, vielleicht das eine oder andere Grenzmuseum zu besuchen. Notwendig ist eine fächerübergreifende Aufarbeitung der deutschen Geschichte unter Einbeziehung von Zeitzeugen und externen Experten“, forderte Greilich.

Neben einer Überarbeitung der Lehrpläne sei vor allem aber auch die Bereitschaft der Lehrerschaft gefordert, nicht nach der Aufarbeitung der deutschen Geschichte bis 1945 stehen zu bleiben, sondern den Fortgang mit der unterschiedlichen Entwicklung in Ost und West bis zum Fall der Mauer 1989 klar anzusprechen und ohne jegliche Beschönigung zu vermitteln. „Ich habe leider die Kenntnis, dass der eine oder andere Lehrer, insbesondere aus der sogenannten 68er-Generation, die Aufarbeitung dieses Teiles der deutschen Geschichte aus ideologischen Gründen schlicht verweigert“, so der FDP-Politiker.

„Wir können es nicht hinnehmen, wenn die DDR zum Kuschelstaat verbrämt wird. Wer den Wert der Freiheit und die ihr drohenden Gefahren nicht kennt, wird die Freiheit selbst verlieren“, schließt Greilich.