"Alle Lehrerverbände haben gleichermaßen auf die hohe Belastung der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst hingewiesen. Diese Belastung ist durch die Modularisierung des Vorbereitungsdienstes im Zuge der Reform der hessischen Lehrerbildung entstanden, da die Ausbildungsmodule inhaltlich und zeitlich stark überfrachtet und zu wenig aufeinander abgestimmt sind. Auch der hohe Anteil des eigenverantwortlichen Unterrichts im Umfang von zwölf Wochenstunden hat zu der hohen Belastung beigetragen. Hier wollen wir unsere Ankündigung wahr machen und mit dem Gesetzentwurf die dringend notwendigen Nachbesserungen der zweiten Phase der Lehrerausbildung herbeiführen", so Henzler. Mit dem Gesetzentwurf wolle die FDP den Vorbereitungsdienst besser gliedern, den eigenverantwortlichen Unterricht für die jungen Lehrkräfte in Ausbildung verringern und den Fokus des Vorbereitungsdienstes noch stärker als bisher auf die schulpraktische Ausbildung legen. "Schließlich kommt es darauf an, dass Lehrkräfte theoretisch fundierte Fachleute und exzellente Praktiker sind. Unser Gesetzentwurf trägt dazu bei, dass ein qualifizierter, praxistauglicher Lehrernachwuchs ausgebildet wird", zeigte sich Henzler überzeugt.
Im Kern sehe der Gesetzentwurf folgende Änderungen vor:
1. Eine Neugliederung des zweijährigen Vorbereitungsdienstes in eine dreimonatige Einführungsphase, drei sechsmonatige Hauptsemester und eine dreimonatig Prüfungsphase,
2. die Reduzierung des eigenverantwortlichen Unterrichts von zwölf auf zehn Wochenstunden,
3. die Reduzierung des Umfangs der Ausbildungsmodule sowie die Reduzierung der bewerteten Module von zwölf auf zehn,
4. eine Veränderung der Leistungsbewertung,
5. die Herausnahme der schriftlichen Arbeit aus der zweiten Staatsprüfung und
6. die Rückführung der Einstellungstermine auf den 1. Mai und den 1. November.
Der Vorbereitungsdienst werde stärker auf die Praxis hin ausgerichtet, seine Qualität werde verbessert, fasste Henzler die Ziele des FDP-Gesetzentwurfs zusammen. "Eine gute Ausbildung braucht Zeit. Diese wollen wir den Lehrkräften im Vorbereitungsdienst geben, damit sie sich stärker als bisher auf die Gestaltung eines guten Unterrichts konzentrieren können. Eigenverantwortliche Gehversuche im Schuldienst können so intensiv vorbereitet und reflektiert werden, damit der allseits bekannte Praxisschock ausbleibt", so Henzler abschließend.
