FDP-Fraktion im Hessischen Landtag


Dorothea Henzler: „Die Rede von Horst Köhler sollte Denkanstoß sein und nicht für bildungsideologischen Schlagabtausch missbraucht werden“

FDP kritisiert Umgang von SPD und CDU mit Rede des Bundespräsidenten

Wiesbaden – Als schlechten Stil kritisierte die schulpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, Dorothea Henzler, den Umgang mit der Rede des Bundspräsidenten von Seiten der SPD- und der CDU-Fraktion. 

„Es ist erfreulich, dass sich ein Bundspräsident so intensiv mit dem Thema Bildung auseinandersetzt und so der Bevölkerung den Stellenwert von guter Bildung vermittelt und wichtige Denkanstösse für die Verbesserung der Schul- und Hochschulsysteme liefert. Bedauerlich ist es, wenn Landtagsfraktionen diese Rede ausschließlich für einen ideologischen Schlagabtausch missbrauchen, anstatt sie als Impulsgeber für Verbesserungen im hessischen Bildungssystem zu verstehen“, monierte die FDP-Politikerin. 

Weder sei es angemessen, wie die Sozialdemokraten aus der Rede eine Argumentation für die Einheitsschule abzuleiten, noch sei es redlich, die Kritikpunkte des Bundespräsidenten komplett außer Acht zu lassen und sich in Selbstbeweihräucherung zu ergehen, wie es die CDU mache. „Angesichts der unzähligen Baustellen in der hessischen Schulpolitik sollte die CDU-Mehrheit nicht überheblich auf eine zweifelhafte Erfolgsbilanz verweisen, sondern ihr schulpolitisches Handeln kritisch überdenken. Ein gewisses Maß an Selbstkritik hat noch niemandem geschadet“, sagte Henzler. 

Die FDP fordere zu einem sachlichen, ideologiefreien bildungspolitischen Diskurs anlässlich der Köhler-Rede auf. Zentrale Aussage der Rede sei für die Liberalen der Satz „Gute Bildung stellt den ganzen Menschen in den Mittelpunkt“. Diesem Leitbild folgend würden sich die Liberalen für eine „Bildung für alle“ von Anfang an einsetzen. Dazu zählten vor allem die Einführung einer verpflichtenden Kinderschule für alle Fünfjährigen, um gleiche Startchancen für alle Kinder unabhängig von ihrer sozialen Herkunft zu gewährleisten, eine veränderte Hauptschulpädagogik und die Einstellung von Schulassistenten um eine individuelle Förderung zu ermöglichen, so Henzler abschließend.