Nur ein Moratorium zu fordern, halte die FDP für zu kurzsichtig. "Wir müssen die NVS grundlegend evaluieren. Die besonderen Probleme, die der Schulbereich mit der NVS-Einführung hat, müssen klar benannt werden. Mit unserem Berichtsantrag wollen wir die Landesregierung dazu bringen, sich mit diesen Problemen ernsthaft zu beschäftigen. Für Lösungswege müssen die Erfahrungen der Mitarbeiter im Schulbereich durch Befragungen oder durch Workshops einbezogen werden, denn die Verbesserungsvorschläge der Betroffenen müssen stärker für die Entwicklung der NVS im Schulbereich genutzt werden", so Henzler.
Bislang bestehe der Eindruck, dass die NVS dem Schulbereich in Hessen einfach übergestülpt worden sei, dass nicht klar sei, in welcher Weise die NVS überhaupt zur Qualitätsentwicklung des Schulwesens beitragen könne und welche Ziele mit ihr verfolgt würden. "Es ist sinnlos, die Mitarbeiter im gesamten hessischen Schulwesen mit der Erhebung von Unmengen von Daten zu quälen, um damit Datenfriedhöfe zu produzieren, ohne konkrete Vorgabe, welchem Zweck das Ganze dienen soll. So wird die NVS nur als Kontrollinstrument verstanden", kritisierte Henzler.
Die NVS müsse sich schließlich rechnen. Es sei höchste Zeit für eine ökonomische Bewertung der NVS im Schulbereich. "Das ist eine unerlässliche Basis für die künftige Ausrichtung der NVS. Die NVS hat bereits enorme Kosten verursacht, deswegen müssen wir den Sinn und Zweck ihrer jetzigen Anwendung im Schulbereich dringend überprüfen. Sie soll schließlich die Schulen bei der Qualitätsentwicklung und auf dem Weg zur Eigenverantwortung unterstützen. Wenn dafür jedoch klare Zielvorgaben fehlen, kann sie ihr Potential nicht entfalten", so Henzler abschließend.