Nicht die Organisation der Schulzeitverkürzung sei das Problem, sondern die nach wie vor überfrachteten Lehrpläne, die die Schüler überforderten. „Es kommt jetzt darauf an, dass die Lehrplankommission gute Arbeit leistet. Wir Liberale fordern, dass diese Kommission die Chance ergreift und den Lernstoff wirklich reformiert. Das heißt, aus den Lehrplänen sollten nicht einfach nur einzelne Themengebiete herausgestrichen werden, sondern die Lehrpläne sollten komplett zugunsten von Kerncurricula abgeschafft werden. Diese Kerncurricula sollen den Bildungsstandards für die einzelnen Jahrgangsstufen entsprechen, nur 60 bis 70 % der vorgegebenen Unterrichtszeit in Anspruch nehmen und somit den Lehrkräften genügend Freiraum für eigenverantwortliche Unterrichtsgestaltung und die Anleitung zu selbstorganisiertem Lernen der Schüler lassen. Lehrer müssen sich somit nicht mehr sklavisch an einzelne Themen der Lehrpläne halten, sondern können neuen Lernstoff in Modulen anbieten oder das Gelernte vertiefen“, erklärte die FDP-Schulpolitikerin.
Henzler kritisierte auch die Kultusministerkonferenz, die die seit Jahren angekündigten Bildungsstandards für alle Fächer immer noch nicht vorgelegt habe. Die Bundesländer, die einmütig Verbesserungen der Schulzeitverkürzung und eine Entrümpelung der Lehrpläne angekündigt hätten, benötigten jedoch bundeseinheitliche Bildungsstandards als wichtige Hilfestellung für Kerncurricula. „Wenn die Kultusministerkonferenz nicht in der Lage ist, schleunigst bundeseinheitliche Standards vorzulegen, muss Hessen eine Vorreiterrolle übernehmen und eigene beispielgebende Kerncurricula, beginnend bei den Hauptfächern, ausarbeiten“, bekräftigte die FDP-Politikerin.
Darüber hinaus forderten die Liberalen die Offenlegung der Besetzung und des genauen Auftrages der hessischen Lehrplankommission sowie ein transparentes Verfahren bei der Kommissionsarbeit. „Es ist zwingend erforderlich, dass nicht nur Fachlehrkräfte die Kommission besetzen, sondern dass auch Experten dabei sind, die den notwendigen Blick von außen haben“, forderte Henzler abschließend.