FDP-Fraktion im Hessischen Landtag


Dorothea Henzler: "Eine höhere und flexiblere Lehrerversorgung ist ein zentraler Schritt in die Eigenverantwortung der Schule."

FDP fordert 105-prozentige Lehrerversorgung und transparenteres Zuweisungsverfahren


Dorothea Henzler
"Für guten Unterricht und für die Qualitätsverbesserung des Schulbetriebs benötigen Schulen eine ausreichende Lehrerversorgung. Außerdem benötigen sie die Möglichkeit, zusätzliches Personal zur Unterstützung des Schulbetriebs einstellen zu können", erklärte die schulpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, Dorothea Henzler. In einem Plenarantrag fordere die FDP eine 105-prozentige Lehrerversorgung in Form eines Budgets für jede Schule einhergehend mit der Möglichkeit, dass davon bis zu 20 Prozent in Finanzmitteln zur freien Verfügung verwendet werden können.

"Anstatt einer starren Zuweisung von Lehrerstellen zur Abdeckung der Stundentafel an die Schulen, bietet eine insgesamt erhöhte Lehrerversorgung auf 105 Prozent mit der Option, bis zu 20 Prozent davon in Geld erhalten und eigenverantwortlich einsetzen zu können, den Vorteil, dass jede Schule ihren Personalbedarf individuell abdecken und eine verlässliche Schulzeit regeln kann. Der Personalbedarf ist von Schule zu Schule je nach Schulkonzept und Schülerklientel unterschiedlich. Während die eine Schule eine Lehrerstelle mehr benötigt, sieht die andere dringend einen Sozialpädagogen, eine Verwaltungsfachkraft oder einen Schulassistenten für erforderlich", erklärte Henzler.

Die FDP fordere mit ihrem Antrag die anderen Fraktionen im Hessischen Landtag auf, ihre Forderungen nach ausschließlich mehr fest zugeteilten Stellen pro Schule zu Gunsten der flexibleren 105 Prozent-Budget-Lösung der FDP zu überdenken. "Eine Lehrerversorgung über die Abdeckung des Regelunterrichts hinaus mit der Wahlmöglichkeit, Geld statt Stellen zu bekommen, ist der Einstieg in die Eigenverantwortliche Schule in Hessen. Sie ermöglicht jeder Schule, sich eine auf ihr Schulkonzept abgestimmte Personallösung zu erarbeiten und eine passgenaue verlässliche Schulzeit sicherzustellen. Die viel zu starre Unterrichtsgarantie Plus ist dann überflüssig und wird abgeschafft", bekräftigte die FDP-Politikerin.

Einhergehen mit diesem neuen Modell der Lehrerversorgung müsse ein anderes, flexibleres und transparenteres Lehrerzuweisungsverfahren. "Das jetzige Zuweisungsverfahren, das auf die Anzahl der zu bildenden Klassen in jeder Schule ausgerichtet ist, ist viel zu undurchsichtig und unflexibel. Die FDP fordert eine grundlegende Änderung dieses Verfahrens, das sich zukünftig in erster Linie an der Zahl der Schülerinnen und Schüler orientieren soll. Als zusätzliche Faktoren müssen dabei die jeweilige Schulform, ein schulbezogener Sozialindex und das regionale Umfeld der Schule berücksichtigt werden", so Henzler. Die Lehrerzuweisung habe bislang jedes Jahr zu den gleichen Schwierigkeiten geführt, nämlich dass nicht genau nachvollziehbar sei, aus welchem Grund die eine Schule mehr und die andere Schule weniger Lehrkräfte zugewiesen bekommen habe. Auch die starre Orientierung an der Zahl der zu bildenden Klassen habe den Schulen zu wenig Gestaltungsfreiraum gelassen. "Die Lehrerzuweisung muss für die Schulen intern flexibler und extern transparenter gestaltet werden. Die Entscheidung darüber, wie viele Klassen zu bilden sind und wie groß sie sein müssen, soll der einzelnen Schule überlassen bleiben. Auch das ist ein Stück Eigenverantwortung", so Henzler abschließend.