FDP-Fraktion im Hessischen Landtag


FDP regt Bildung eines Beirates zur Kraftwerkserneuerung an

Energie aus Steinkohle gehört zum Hessen-Mix dazu

Großkrotzenburg/Wiesbaden – Als einen wichtigen Bestandteil im dringend notwendigen Energie-Mix in Hessen hat der hessische FDP-Partei- und Fraktionsvorsitzende Jörg-Uwe Hahn die notwendige Erneuerung des E.ON-Steinkohlekraftwerkes Staudinger in Großkrotzenburg bezeichnet. Anlässlich eines umfassenden Informationsbesuchs machte der Liberale deutlich, dass in den Augen der hessischen FDP die Energieversorgung für Hessen sicher, umweltfreundlich und verbrauchernah organisiert bleiben müsse. 

In Begleitung des FDP-Kreisvorsitzenden Jürgen Kerl, der Fraktionsvorsitzenden der FDP im Kreistag des Main-Kinzig-Kreises, Liselotte Pfeil, sowie des Kreistagsabgeordneten Oliver Braun und des Hanauer Stadtverordneten Holger B. Vogt bezeichnete Hahn nach dem Gespräch mit der Kraftwerksleitung die Strategie des Unternehmens „im Hinblick auf die Transparenz und Einbindung der Öffentlichkeit bei einer Milliardeninvestition beispielhaft positiv“. Man müsse mit Freude zur Kenntnis nehmen, dass die dringende Neuausrichtung des Kraftwerkstandortes Staudinger dem Energieversorger E.ON insgesamt weit mehr als 1,2 Milliarden Euro wert sei. „Zum einen ist der Neubau des Kohlelagers mit einer Investition von 63 Millionen Euro bereits beschlossen, hoffentlich wird auch im konzerninternen Wettbewerb der Standort Staudinger den Zuschlag zum Neubau eines Kraftwerksblocks 6 mit einer Investition von über 1,2 Milliarden Euro erhalten“, stellten die Liberalen Hahn und Pfeil fest. 

In dem Gespräch mit Kraftwerksleiter Edgar Kaufhold sowie dem Leiter des Regionalzentrums Mitte der E.ON, Thomas Balling, schlugen die FDP-Politiker vor, einen Beirat zu installieren, der das Unternehmen bei den beiden wichtigen Bau- und Investitionsmaßnahmen kommunikativ begleiten kann. „Sicherlich war es bisher schon vorbildlich, wie in Informationsveranstaltungen und in Gesprächen mit den Kommunalpolitikern vor Ort E.ON agiert hat. Als weiteren Schritt, insbesondere zur Verfeinerung der Optik des geplanten Neubaus wie auch der Umweltauswirkungen, ist es sinnvoll, dass das Unternehmen einen Beirat aus Kommunalpolitikern und Fachleuten kurzfristig installiert“, so Hessens FDP-Chef Hahn weiter. Der Liberale erinnerte daran, dass auch bei dem weitaus größeren Investitionsprojekt des Ausbaus des Rhein-Main-Flughafens mit dem regionalen Dialog-Forum (RDF) ein entsprechendes Beratungsgremium erfolgreich eingerichtet wurde. 

Die FDP werde, so die Liberalen in dem Gespräch weiter, auf allen politischen Ebenen dafür werben, dass in Großkrotzenburg das neue Kraftwerk der Firma E.ON gebaut werde. Man sehe zusammen mit E.ON besondere Wettbewerbsvorteile in der zentralen Lage „mitten in Deutschland“. Darüber hinaus sei mit den entsprechenden 110, 220 und 380 KW-Leitungen ein entsprechender Netzknoten am Standort Staudinger vorhanden, der einen effektiven Transport der Energie gewährleisten könne. „Natürlich möchten wir hessische Liberale, dass auch künftig in Staudinger allein 250 Mitarbeiter im Kraftwerk und zusätzlich noch 180 Mitarbeiter von E.ON-Firmen ihren Sitz haben und damit Arbeitsplätze und 40 Ausbildungsplätze gewährleistet sind!“ 

Für die FDP im Rhein-Main-Gebiet habe der Besuch, so Liselotte Pfeil und Jürgen Kerl weiter, eindeutig bestätigt, dass künftig ein Fernwärme-Verbund-Untermain organisiert werden müsse. Seien im Jahre 1992 gerade einmal 40.000 MWh an Fernwärme von Staudinger geliefert worden, so seien es im Jahre 2005 die vierfache Menge. „Fernwärme ist eigentlich ein `Abfallprodukt´ der Energieproduktion. Und wenn wir von ausländischen Importen der Grundbrennstoffe unabhängiger werden wollen, müssen wir die im Rhein-Main-Gebiet produzierte Fernwärme nutzen. Voraussetzung hierfür ist eine politische Grundsatzentscheidung, die zuallererst eine Aufnahme der bestehenden Produktionsstätten und insbesondere der Netze zum Inhalt hat“, so die beiden Main-Kinzig-Liberalen Pfeil und Kerl weiter. „Am Ende dieser Entwicklung muss es im Rhein-Main-Gebiet ein Fernwärmenetz ähnlich der Gas- beziehungsweise Stromnetze geben. Damit können erhebliche Mengen an  primären Energiebrennstoffen eingespart und damit auch die Umweltbelastungen reduziert werden“, schloss Hessens FDP-Chef Hahn.