FDP-Fraktion im Hessischen Landtag


René Rock: „Geschlossene Unterbringung allenfalls die ultima ratio.“

Caritas zum Umgang mit schwierigen Kindern und Jugendlichen


René Rock
Der sozialpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, René Rock, unterstützte heute die Forderungen der Hessen-Caritas, wonach die in anderen Bundesländern praktizierte Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in geschlossene Heime als allerletztes Mittel zur Erziehung herangezogen werden sollte. „Zum Glück existieren in Hessen seit 1970 keine geschlossenen Heime mehr. Aus liberaler Sicht wird hier der Fokus auf das falsche Mittel zur Erziehung gerichtet. Im Vordergrund dieses gesellschaftspolitisch wichtigen Themas sollten zunächst die Erarbeitung von Präventionsmaßnahmen und die Ursachenbekämpfung liegen. Hier verweisen wir auf unsere bildungs- und migrationspolitischen Vorschläge.

Ferner befürworten wir die Aufnahme von schwierigen Jugendlichen in Pflegefamilien und halten es für erforderlich, dass die normalen Heime finanziell und personell besser ausgestattet sein sollten. Eine intensive Fortbildung des Personals mit Blick auf die Erziehungsschwierigkeiten dieser betroffenen Gruppe ist zudem erforderlich.“

Rock hält die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in geschlossene Heime nicht vereinbar mit dem Erziehungsziel: Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit. „Es gibt einen Teil von Jugendlichen, der für offene Formen der Erziehungshilfe leider nicht mehr erreichbar ist – zum Beispiel bei Selbst- und Fremdgefährdung – aber auch hier zeigen Untersuchungen, dass Zwangsmaßnahmen nur kurzfristig wirken. Die Problematik muss aber an der Wurzel gepackt werden und individuell an dem Problem des Einzelnen orientiert sein. Die geschlossene Heimunterbringung sollte ultima ratio sein.“