FDP-Fraktion im Hessischen Landtag


Jörg-Uwe Hahn: „Fischers Äußerungen zu Kohlekraft muss Warnung an die Grünen in Hessen sein.“

Brief des FDP-Landes- und Fraktionsvorsitzenden an Tarek Al-Wazir


Jörg-Uwe Hahn
Die heute in der Frankfurter Rundschau erschienenen Warnungen des ehemaligen Grünen-Chefs Joschka Fischer vor einem Moratorium für neue Kohlekraftwerke nahm der FDP-Landes- und Fraktionsvorsitzende Jörg-Uwe Hahn zum Anlass, seinen hessischen Grünen-Kollegen Tarek Al-Wazir anzuschreiben.

„Wir Liberale sehen in den Worten von Joschka Fischer – die Verteufelung der Kohletechnologie als ‚Riesenfehler’ – eine ernstzunehmende Stimme, die in den Reihen der Grünen hier in Hessen Gehör finden sollte. Lieber Herr Al-Wazir, es ist uns ein großes Anliegen, dieses Thema zu entideologisieren und auf eine sachliche Grundlage zu stellen. Ich schätze gerade an den hessischen Grünen, dass sie mit politischem Sachverstand ausgestattet sind, um vor den aktuellen Gegebenheiten die Augen nicht zu verschließen und bei allen Vorbehalten in der Lage sind, zu erkennen, dass Kohle als Übergangstechnologie weiterhin eingesetzt werden muss. Damit unterscheidet sich Fischer deutlich von dem Energiephantasten Hermann Scheer und der SPD Hessen.“

In diesem Zusammenhang erinnerte Hahn noch einmal an die Initiative des Ministerpräsidenten Roland Koch zur Nachhaltigkeit. „Genau dies ist das Ziel, zu klären, wie der energiepolitische Weg in Hessen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten aussehen soll. Wir haben gemeinsam ehrgeizige Ziele formuliert, nämlich die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien sowie die Verminderung des CO2-Ausstoßes. Hier müssen aber alle Verantwortlichen an einem Strang ziehen. Wir sind bereit, in dieser Frage mit den Grünen und der CDU weiter in einen intensiven Diskurs zu treten.“

Hessens FDP-Chef betonte abschließend, dass Joschka Fischer den Grünen im Wahlkampf Unterstützung gezollt hatte. „Die Grünen wären nun gut beraten, wenn sie die kritischen Stimmen in den eigenen Reihen einmal sachlich und nüchtern diskutieren würden.“