"Die Blauzungenkrankheit ist im vergangenen Jahr in Deutschland massiv aufgetreten und hat zu großen Verlusten für die betroffenen Landwirte geführt. Wir haben die Impfstoffproblematik auf FDP-Initiative im Landwirtschaftsausschuss ausführlich behandelt. Das Problem war also bekannt. Landesregierung und Bundesregierung haben sich gleichermaßen untätig gezeigt, obwohl zu erwarten war, dass dieses Jahr die Krankheit wieder ausbrechen wird. Nun wurde der Impfstoff auf den letzten Drücker besorgt und die notwendige Eilverordnung für dessen Einsatz liegt auch noch nicht vor. Das ist nicht nachvollziehbar angesichts der Schäden, die diese Krankheit unter den Tierbeständen anrichten kann", so Heidel.
Da ohnehin mit dem Impfstoff "die Katze im Sack" gekauft werde, weil es sich um ein neues Serum handele, zu dem es jedoch keinerlei Alternative gäbe, sei unverständlich, warum man den Stoff nicht so früh wie möglich bezogen habe und mit der Impfung nicht schneller angefangen werden könne.
"Wenn die Krankheit in diesem Jahr wieder massiv ausbricht, weil die Antikörperbildung bei den Tieren schließlich einige Wochen Zeit benötigt, dürfen nicht die Landwirte die Dummen sein, sondern dann muss die Landesregierung die volle Verantwortung für ihr verspätetes Handeln tragen", fordert Heidel. Auch über eine anteilige Kostenübernahme der Impfgebühren durch die Tierseuchenkasse müsse geredet werden.
Heidel machte abschließend darauf aufmerksam, dass die Impfung gegen die Blauzungenkrankheit einen Einstieg in eine neue europäische Tierseuchenpolitik markiere, den er grundsätzlich sehr begrüße. "Auch im Falle anderer Tierseuchen, wie etwa der Schweinepest oder der Maul- und Klauenseuche, muss das Motto künftig lauten 'Impfen statt Töten'. Wir müssen auch hier in eine aktive Impfpolitik einsteigen, um den Tieren unnötiges Leid und den Landwirten wirtschaftlichen Verlust zu ersparen. Dafür muss sich die Landesregierung in Zukunft frühzeitig einsetzen", so Heidel abschließend.
