FDP-Fraktion im Hessischen Landtag


Jürgen Lenders: Ausbildungspakt statt gesetzliche Bürokratie

Ausbildung


Jürgen Lenders
„Die Staatsgläubigkeit der Linken schafft keine zusätzlichen Ausbildungsplätze. Vielmehr zeigt sich, dass die freiwilligen Vereinbarungen im ‚Hessischen Pakt für Ausbildung’ zum Erfolg führen“, so Jürgen Lenders, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag.

Deutschland und damit auch Hessen erlebe zurzeit eine Wirtschaftskrise bisher nicht gekannten Ausmaßes. Nach amtlichen Ergebnissen sei im ersten Quartal 2009 die gesamtwirtschaftliche Produktion um 3,8% gesunken. Dennoch sei es bemerkenswert, dass die Hessische Wirtschaft ihre Verpflichtungen erfülle.

Nach den Erkenntnissen der Partner im hessischen Ausbildungspakt lasse sich derzeit keine dramatische Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt beobachten. So stünden im Juni rein rechnerisch 100 unversorgten Bewerbern 61 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber. Auch mit Blick auf die „Altbewerber“ sei die Zahl im Vergleich zu 2008 um 18,5% zurückgegangen.

„Aufgrund der verschiedenen Umfragen der Hessischen Industrie- und Handelskammer wollen 60% der Betriebe ihre Ausbildungsleistung beibehalten, 13%  wollen sie sogar ausbauen. Es ist somit unzutreffend anzunehmen, dass die hessische Wirtschaft ihrer Verpflichtung, ausreichend Ausbildungsplätze bereitzustellen, nicht mehr nachkommt“, sagte Lenders.

Ein Grundrecht auf Ausbildung und eine Umlagefinanzierung von Ausbildungsplätzen trügen dagegen nicht zu mehr Ausbildungsplätzen bei. „Eine Verstaatlichung der Berufsausbildung oder eine Zwangsabgabe untergraben das erfolgreiche duale System“, so Lenders.

Außerdem löse das Grundrecht auf Ausbildung nicht das Problem der Ausbildungsfähigkeit von Jugendlichen. Eine Umlagefinanzierung sei zudem völlig ungeeignet, das Angebot an Ausbildungsplätzen zu erhöhen. Im Gegenteil, eine Umlagefinanzierung erzeuge nur einen erheblichen bürokratischen Aufwand und damit Kosten für alle Unternehmen. Um Unternehmen dazu zu bewegen, mehr Ausbildungsplätze anzubieten, komme es darauf an, die Kosten für die Ausbildung zu senken.

„Es gibt keinen Grund am Instrument des Ausbildungspaktes zu zweifeln und stattdessen auf staatliche Zwangsmaßnahmen oder Verstaatlichung der Berufsausbildung zu setzen. Es zeigt sich wieder einmal, dass die Linken nicht mal das kleine „1x1“ der wirtschaftlichen Zusammenhänge beherrschen“, so Lenders.